BASQUIAT - Die Kunst-Revolution
Bilder, die nie gemalt wurden - Ab jetzt wird es schwul
Jean-Michel Basquiat betritt die Kunstwelt wie ein Einschlag. Kein höfliches Anklopfen, kein akademisches Vorstellen. Er sprüht seinen Namen auf die Wände von SoHo, signiert mit SAMO© – Same Old Shit – und meint damit alles: den Kunstmarkt, die weiße Galerienwelt, die Gesellschaft, die einen schwarzen Jungen aus Brooklyn entweder ignoriert oder ausbeutet. Er ist siebzehn. Er schläft zeitweise auf der Straße. Und er wird in wenigen Jahren der teuerste lebende Künstler der Welt sein.
Basquiat ist schwarz, er ist jung, er ist aus der Armut, und er ist bisexuell. Die Kunstgeschichte hat das erste betont, das zweite romantisiert, das dritte vergessen und das vierte verschwiegen. KUNSTWERK BILDER spricht darüber.
Brooklyn, Haiti, Puerto Rico – ein Körper, der nicht passt
Jean-Michel Basquiat wird 1960 in Brooklyn geboren, als Sohn eines haitianischen Vaters und einer puerto-ricanischen Mutter. Er wächst zweisprachig auf, zwischen Englisch und Französisch, zwischen New York und der Karibik, zwischen Mittelklasse-Anspruch und dem Rassismus, der keine Klasse kennt.
Mit sieben Jahren wird er von einem Auto angefahren. Schwere Verletzungen. Seine Mutter bringt ihm im Krankenhaus ein Buch über Anatomie – „Gray's Anatomy". Basquiat verschlingt es. Die Knochen, die Organe, die Schichten unter der Haut – das wird seine Bildsprache. Jahrzehnte später tauchen Skelette, Schädel, freigelegte Körper in jedem seiner Werke auf. Der Körper als Schlachtfeld. Der Körper als Beweis.
Mit fünfzehn läuft er von zu Hause weg. Mit siebzehn lebt er auf den Straßen von Manhattan, verkauft selbstgemachte Postkarten, schläft in Pappkartons. Er ist in der Kunstwelt, bevor die Kunstwelt ihn kennt – er sieht die Galerien, die Sammler, die Künstler. Er beobachtet. Er wartet.
Und er sprüht. SAMO© erscheint überall in Downtown Manhattan – kryptische Sätze, Kritik, Poesie, Wut. Die Leute fragen: Wer ist SAMO©? Basquiat lächelt.
Die Explosion
1980 ist er Teil der „Times Square Show", einer wilden Gruppenausstellung in einem leerstehenden Gebäude. 1981 schreibt der Kunstkritiker René Ricard einen Artikel über ihn im „Artforum" – „The Radiant Child". Der Titel bleibt. Basquiat ist über Nacht berühmt.
Was folgt, ist eine der steilsten und zerstörerischsten Karrieren der Kunstgeschichte. Galerien reißen sich um ihn. Sammler zahlen Summen, die er sich vor zwei Jahren nicht hätte vorstellen können. Er zieht in ein Loft in SoHo, trägt Armani-Anzüge mit nackten Füßen, fährt Limousinen, reist nach Europa, nach Japan.
Und er malt. Ununterbrochen. Auf Leinwand, auf Türen, auf Kühlschränke, auf alles, was stillhält. Seine Bilder sind dicht – Text, Figuren, Symbole, Kronen, Pfeile, durchgestrichene Wörter, Anatomie, Geschichte, Musik, Straße. Er malt über Rassismus, über Polizeigewalt, über schwarze Helden, die die Geschichtsbücher vergessen haben. Er malt über den Körper – immer wieder über den Körper.
Warhol, die Freundschaft und was dahinter lag
1982 trifft Basquiat Andy Warhol. Zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Warhol, der weiße, schwule, katholische Fabrikant des Coolen; Basquiat, der schwarze, bisexuelle, wilde Junge aus Brooklyn. Sie werden Freunde, Partner, Konkurrenten.
Was zwischen ihnen war, ist in der Kunstgeschichte sorgfältig als „Freundschaft" und „Zusammenarbeit" verpackt. Aber schau dir die Dynamik an. Warhol, der ältere, der etablierte, der Warhol – und Basquiat, der ihn bewundert, der von ihm lernt, der sich von ihm gesehen fühlt. Zwei Männer, die sich gegenseitig malen. Zwei Männer, die täglich zusammen arbeiten. Zwei Männer, zwischen denen etwas war, das die Kunstgeschichte nicht benennen wollte.
Basquiat ist bisexuell – das ist dokumentiert, das ist kein Geheimnis. Er hat Männer geliebt. Er hat in einer Welt gelebt, in der das für einen schwarzen Mann aus Brooklyn eine zusätzliche Last war – Rassismus, Armut, Homophobie, alles gleichzeitig. Er hat es nie versteckt. Er hat es auch nie laut gesagt. Er hat es gelebt.
KUNSTWERK BILDER benennt es. Nicht als Sensation, sondern als das, was es ist: ein Teil von wem Basquiat war.
Der Körper als politisches Bild
Basquiats Männer sind keine dekorativen Figuren. Sie sind Aussagen. Schwarze Männer mit Kronen – Könige, die die weiße Kunstwelt nicht als Könige sehen will. Skelette, die zeigen, was unter der Haut gleich ist. Körper, die von Gewalt gezeichnet sind, von Geschichte, von Überleben.
Was wäre gewesen, wenn Basquiat diese Körper auch begehrt hätte – auf der Leinwand, explizit, ohne Umweg? Wenn er die Sinnlichkeit, die in seinen Figuren steckt, auch als schwule Sinnlichkeit gezeigt hätte? Wenn zwei schwarze Männer sich in seinem Bildraum geliebt hätten, mit Kronen auf dem Kopf und Basquiats Energie im Pinselstrich?
KUNSTWERK BILDER malt diese Bilder. Inspiriert von Basquiat liefern wir keine Kopien, es sind eigene Werke im Stil von Jean-Michel Basquiat.
27 Jahre, und kein einziges verschwendetes Bild
Basquiat stirbt 1988 an einer Heroinüberdosis. Er ist siebenundzwanzig. In acht Jahren hat er über tausend Gemälde und mehrere tausend Zeichnungen hinterlassen. Kein einziges davon ist gleichgültig. Jedes brennt.
Er hat die Kunstwelt verändert – nicht weil er der erste schwarze Künstler war, der Erfolg hatte, sondern weil er sich geweigert hat, für den Erfolg zu werden, was die Kunstwelt von ihm wollte. Er ist schwarz geblieben, laut geblieben, wütend geblieben. Er hat die Hand, die ihn fütterte, immer wieder gebissen – und recht damit gehabt.
KUNSTWERK BILDER erbt diese Haltung. Wir malen nicht für den Mainstream. Wir malen für die, die in Basquiats Bildern sich selbst gesehen haben – und die in seinen Bildern noch mehr sehen wollen. Die schwule Seite von Basquiat. Die Seite, die er gelebt hat und die die Leinwand nie gezeigt hat.
Das zeigen wir jetzt.
„Ich durchstreiche Wörter, damit du sie siehst." – Jean-Michel Basquiat
Gay Art. Schwule Kunst für dein Zuhause. KUNSTWERK BILDER.