Was Deutschland von Schöner Wohnen gelernt hat - Eine Gratulation von KUNSTWERK BILDER

Was Deutschland von Schöner Wohnen gelernt hat - Eine Gratulation von KUNSTWERK BILDER

Seit über 60 Jahren prägt ein einziges Magazin, was Deutsche schön finden, wenn sie nach Hause kommen. „Schöner Wohnen" – der Titel ist so einfach wie genial, so einprägsam wie ein guter Grundriss. Kein Schnörkel, kein Versprechen das zu viel verspricht. Nur die Einladung, es besser zu machen. Besser als gestern. Schöner als nötig.

Das Magazin erschien erstmals 1960 – kein Zufall. Deutschland hatte den Wiederaufbau hinter sich. Die schlimmsten Wunden waren versorgt, die Trümmer geräumt. Das Wirtschaftswunder war in vollem Gang: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in den 1950er Jahren um durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr, die Reallöhne verdoppelten sich zwischen 1950 und 1960 nahezu. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten konnten Millionen Menschen wieder über etwas nachdenken, das über das Notwendige hinausging. Über Geschmack. Über Schönheit. Über die Frage, wie man eigentlich leben will.

„Vielen Menschen war es ja vorher ganz egal gewesen, wo sie wohnten. Hauptsache, sie konnten irgendwo pennen."

Josef Kremerskothen
20 Jahre Chefredakteur von „Schöner Wohnen" – die Süddeutsche Zeitung interviewte ihn im April 2025 anlässlich seines 100. Geburtstags.

„Schöner Wohnen" traf diesen Moment präzise. Die Erstauflage 1960 war sofort vergriffen. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Auflage auf über 800.000 Exemplare – zeitweise das meistgelesene Einrichtungsmagazin Europas. Es lehrte Generationen, dass ein Raum mehr ist als vier Wände und Möbel. Dass Licht, Proportion und Material eine Sprache sprechen. Dass Wohnen eine Haltung ist.

Das Magazin brachte Bauhaus-Ästhetik in deutsche Wohnzimmer - und damit ist die Designschule gemeint und nicht der Do-it-yourself-Laden, der später diesen Namen okkupierte -, als das Wort „Bauhaus" noch nach Avantgarde klang und nicht nach IKEA. Schöner Wohnen machte Skandinavisches Design salonfähig, lange bevor Finn Juhl oder Arne Jacobsen in jedem besseren Möbelhaus standen. Es zeigte, dass ein Stuhl nicht nur ein Stuhl ist – sondern eine Entscheidung darüber, wer man sein will.

Dann kam das Buch. „Möbel die Geschichte machen - Moderne Klassiker" – lange die Bibel für alle, die verstehen wollten, warum ein Stuhl ein Klassiker wird, eine Leuchte aus einer Angelroute von Castiglioni zur Ikone. Warum der "Schwan" von Arne Jacobsen oder der Wassily-Sessel von Marcel Breuer nicht einfach Möbel sind, sondern Ideen, in eine Form gegossen. Das Buch demokratisierte Wissen, das vorher nur Insidern gehörte: Welcher Hersteller ist das Original? Was ist er wert? Warum wurde er überhaupt gebaut?

Das alles war Avantgarde. Nicht einfach, manchmal kaum zu verstehen. Und teuer, wie Avantgarde es immer ist. Und doch hatte es mit der Zeit eine Wirkung in der Breite.

Begünstigt wurde das zudem durch eine Art Urknall der Möbelindustrie. Wie aus dem Nichts kam IKEA auf den Plan. Man könnte folgern: ‚Schöner Wohnen' hat IKEA vorbereitet. Das Magazin weckte das Bewusstsein für einen neuen, von der Vergangenheit losgelösten Einrichtungsstil – IKEA lieferte ihn in für den Alltag entschärfter Form zum Selbstmontieren: große Designideen, kopiert, geglättet, das Radikale des Designs weicher gespült, die Ideen schwedischen Designernamen zugesprochen und erschwinglich für alle.

Schöner Wohnen hat das Zuhause der Menschen verändert. Und wo ist dabei die Kunst geblieben?

Warum Kunst an der Wand kein Luxus ist

Bevor wir zur Antwort kommen, lohnt ein kurzer Blick auf das Warum. Wohnpsychologen – ein Fachgebiet das seit den 1980er Jahren systematisch erforscht, wie Räume auf Menschen wirken – sind sich in einem Punkt einig: Die Wände einer Wohnung sind keine neutrale Fläche. Sie sind Spiegel und Bühne zugleich.

Studien zeigen, dass Menschen in Räumen mit Kunst an den Wänden niedrigere Stresswerte aufweisen als in identisch möblierten Räumen ohne Bilder. Die Erklärung ist einfacher als sie klingt: Das Auge braucht einen Ruhepunkt. Einen Ort, an dem es landen kann. Kunst gibt dem Blick Halt – und damit dem Geist eine kurze Pause vom Rauschen des Alltags.

Hinzu kommt die Frage der Identität. Eine Wohnung ohne Kunst ist wie ein Gesicht ohne Ausdruck. Was wir an die Wand hängen, sagt etwas darüber aus, wer wir sind – oder wer wir sein wollen. Der britische Umweltpsychologe Colin Ellard, der jahrzehntelang erforscht hat wie Räume Emotionen steuern, formuliert es so: Menschen brauchen Räume, die auf sie antworten. Ein leerer Raum antwortet nicht. Ein Raum mit einem Bild, das man selbst gewählt hat, antwortet mit jeder Blickbegegnung.

Das ist kein oberflächlicher Gedanke, sondern ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis: der Wunsch, den eigenen Raum zu markieren, zu gestalten, zu einem Zuhause zu machen. Anthropologen nennen das „place-making" – die Verwandlung eines Ortes in einen Ort, der zu einem gehört. Kunst ist dabei kein Schmuck. Sie ist ein Werkzeug.

Schöner Wohnen mit Kunst

Kunst an der Wand war lange das schwächste Glied der Wohnkultur. Nicht weil die Menschen kein Gespür hatten – sondern weil das Angebot sie im Stich ließ. Der Postermarkt der 70er und 80er Jahre war ein Massengeschäft mit wenig echter Masse: Millionen Drucke, aber kaum Auswahl. Schlechte Druckqualität, blasse Farben, Papier,das sich nach einem Jahr wellte. Und immer dieselben Motive. Van Goghs Nachtcafé. Monets Seerosen. Klimts Kuss. Reproduktionen von Reproduktionen, millionenfach gedruckt, in jedem Studentenzimmer, in jeder WG-Küche.

Das war keine Wohnkultur. Das war Tapete mit Rahmen.

Der Grund für diese Eintönigkeit war wirtschaftlicher Natur: Wer Poster druckte, musste sie auf Vorrat produzieren. Große Auflagen, Lagerhaltung, Mindestmengen. Nur Motive, die garantiert Hunderttausende kaufen würden, rechneten sich. Alles andere blieb ungedruckt – nicht weil es niemanden interessiert hätte, sondern weil das System keine Vielfalt zuließ. Geschmack war kein Kriterium. Verkaufssicherheit war es.

Was fehlte, war das, was „Schöner Wohnen" für Einrichtung und Design geleistet hatte: Vielfalt, Hintergrund, Inspiration. Die Möglichkeit, etwas zu finden, das zu einem passt – nicht zu allen.

Print on Demand – eine stille Revolution

Print on Demand – zu Deutsch: Druck auf Bestellung – hat das verändert. Das Prinzip ist verblüffend einfach, aber erfolgeich: Ein Bild wird erst dann gedruckt, wenn jemand es bestellt. Kein Lager, keine Vorproduktion, kein Mindestbestand. Was früher bedeutete: nur die sicheren Klassiker werden gedruckt, weil alles andere zu riskant war – das gilt mit Print on Demand nicht mehr. Ein Motiv das hundert Menschen begeistert, kann heute genauso existieren wie eines das Millionen kennen und wollen. Oder eines, das nur du bestellst.

Technisch wurde das möglich durch die Kombination aus Hochleistungsdruckern, die Museumsqualität auf Leinwand und Fotopapier liefern, und digitalen Plattformen, die Bestellung, Produktion und Versand nahtlos verbinden. Was in den frühen 2000er Jahren noch eine Nischentechnologie war, ist heute Standard – und hat den Kunstmarkt demokratisiert wie zuvor nur der Buchdruck die Literatur.

Aber Print on Demand kann mehr als Wände füllen. Dasselbe Motiv, das morgens als Leinwand über dem Sofa hängt, kann mittags als Kissen auf dem Sofa liegen, abends als Tasse auf dem Tisch stehen und am Wochenende als Teppich den Boden prägen. Kunst zieht in den Alltag ein – nicht als Dekoration, die man einmal aufhängt und vergisst, sondern als gestalterische Haltung, die einen Raum durchzieht. Eine Bildsprache, die sich durch die ganze Wohnung zieht, gibt einem Zuhause das, was Innenarchitekten „Kohärenz" nennen: das Gefühl dass alles zusammengehört, dass jemand gedacht hat bevor er entschieden hat.

Das ist der Unterschied zwischen einer eingerichteten Wohnung und einem gestalteten Zuhause.

Was KUNSTWERK BILDER anders macht

KUNSTWERK BILDER nutzt genau diese Möglichkeiten. Nicht um das Nachtcafé zum tausendsten Mal zu drucken. Sondern um Werke anzubieten, die es so noch nicht gab – angelehnt an die großen Stile der Kunstgeschichte, aber neu gedacht. Rokoko ohne Staub. Barock ohne Museum. Bilder die in eine Wohnung des 21. Jahrhunderts passen, nicht in ein Depot.

Die Motive entstehen als eigenständige Werke – inspiriert von den Meistern, aber nicht kopiert von ihnen. Was Van Gogh an Intensität in die Malerei brachte, was Klimt an Sinnlichkeit, was Monet an Licht, was Chagall an Traumhaftigkeit – das sind keine Stile, die mit dem Tod ihrer Schöpfer erloschen sind. Es sind Bildsprachen, die weitergesprochen werden können. Und die, auf einem Wandbild, einem Kissen oder einer Tasse in einer Wohnung des 21. Jahrhunderts genauso funktionieren wie in einem Salon des Bildungsbürgertums.

Wohnen mit Kunst ist keine Frage des Geschmacks. Es ist eine Frage der Haltung. Wer ein Bild wählt, das zu ihm passt – und nicht zu allen –, macht aus vier Wänden ein Zuhause.

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